Verordnungen, Konformitäten und Zulassungen von Gummiplatten

EU-Richtlinie 2011/65/EG "Restriction of Hazardous Substances" (genannt RoHS II-Richtlinie)

Die RoHS II-Richtlinie löste die Verläufer-Richtlinie 2002/95/EG (RoHS I) seit 2011 ab und hat das Ziel, den Schutz der menschlichen Gesundheit und Umwelt weiter zu verbessern. Sie macht Vorgaben für Elektro- und Elektronikgeräte, bei denen Sie die Verwendung diverser potentiell gefährlicher Chemikalien regelt und beschränkt.

PAK-Freiheit nach GS-Spezifikation AfPS GS 2014:01 "Prüfung und Bewertung von Polyzyklischen Aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) bei der Zuerkennung des GS-Zeichens"

Polyzyklische Aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) sind potentiell krebserregende oder erbgutsverändernde Stoffe, welche sehr häufig in Gummi- oder Kunststoffprodukten vorkommen. Die GS-Spezifikation AfPS GS 2014:01 konkretisiert dabei die Anforderungen hinsichtlich des für die Zuerkennung des GS-Zeichens maximal erlaubten Gehaltes an unterschiedlichen PAK-Stoffen in Produkten, welche vorhersehbaren Hautkontakt besitzen.

FDA 21 CFR 177.2600 ("Code of Federal Reguations, Titel 21, Part 177, Section 2600" der US-Amerikanischen "Food and Drug Administration")

Die FDA-Vorschrift legt Anforderungen für Materialien mit Lebensmittelkontakt fest. Dabei gilt, dass Lebensmittel und ihre Eigenschaften durch Kontakt mit einem Stoff/Produkt nicht negativ beeinflusst werden sollen. Rechtlich bindend ist Sie nur beim Export von Produkten mit Lebensmittelkontakt in die USA, eine FDA-Zertifizierung von Produkten ist jedoch auch innerhalb der EU für Käufer/Produzenten eine wichtige Orientierungshilfe.

Bundesinstitutes für Risikoforschung (BfR): Empfehlung XXI, Kategorie 1

Die BfR-Empfehlung XXI (früher bekannt als BGA- bzw. BgVV-Empfehlung XXI) zu Materialien mit Lebensmittelkontakt ist zwar keine Rechtsnorm, stellt aber den aktuellen Stand der Technik hinsichtlich der gesundheitlichen Unbedenklichkeit von Elastomeren dar. Ziel ist (ähnlich FDA 21 CFR 177.2600), dass Lebensmittel und ihre Eigenschaften nicht durch Kontakt mit Stoffen negativ beeinflusst werden. Die BfR-Empfehlung ist dabei noch strenger als die FDA-Vorschrift.

KTW-Zulassung D2

Die KTW-Prüfleitlinie (Kunststoffe im Trinkwasser) enthält Prüfvorschriften mit hygienischen Anforderungen für Kunststoffe im Kontakt mit Trinkwasser (z.B. hinsichtlich der Migration von Kohlenstoffverbindungen). Zweck ist die Sicherstellung der Reinheit des Trinkwassers. Kategorie D2 spezifiziert Anforderungen für "nicht-großflächige Dichtungen". DieKTW-Zulassung ist rechtlich nicht mehr gültig und wurde 2017 durch die Elastomerleitlinie ersetzt.

Rahmenverordnung (EG) Nr. 1935/2004 für Lebensmittelkontaktmaterialien

Die Verordnung beinhaltet grundlegende Anforderungen für Materialien, welche in den Kontakt mit Lebensmitteln geraten. Sie stellt sicher, dass die menschliche Gesundheit nicht gefährdet wird und der Zustand bzw. die Eigenschaften von Lebensmitteln beim Kontakt mit dem Material nicht verschlechtert wird. Im Gegensatz zur FDA-Vorschrift besitzt die Verordnung in Europa Rechtsgültigkeit.